Kapitel 1.1 · Bonität verstehen
Was ist Bonität? Bedeutung einfach erklärt
Bonität bedeutet Kreditwürdigkeit: wie sicher ein Unternehmen damit rechnen kann, dass Sie Rechnungen und Kredite vollständig und pünktlich bezahlen. Banken, Vermieter und Händler schätzen sie ein, bevor sie Ihnen einen Vertrag geben. Der Schufa-Score ist dabei nur ein Teil, dazu kommen etwa Ihr Einkommen und Ihre festen Kosten.
Bonität: Bedeutung und Definition
Bonität ist ein anderes Wort für Kreditwürdigkeit. Es kommt vom lateinischen bonitas, „Güte“. Das Gabler Wirtschaftslexikon beschreibt Bonität als die vorausgesagte Fähigkeit und Bereitschaft eines Schuldners, seine künftigen Zahlungen vollständig und fristgerecht zu leisten.
Bonität ist also eine Einschätzung für die Zukunft. Niemand kann sie sicher wissen. Ein Unternehmen schaut deshalb, wie Sie bisher bezahlt haben und ob Ihr Geld für den neuen Vertrag reicht. Eine Bonität haben Privatpersonen genauso wie Firmen.
Zahlen wollen und zahlen können
Fachleute unterscheiden zwei Seiten der Bonität.
| Persönliche Bonität | Wirtschaftliche Bonität | |
|---|---|---|
| Frage | Haben Sie bisher zuverlässig bezahlt? | Reicht Ihr Geld für die neue Zahlung? |
| Worum es geht | Zahlungswilligkeit | Zahlungsfähigkeit |
| Woher die Angaben kommen | Auskunfteien wie die Schufa | von Ihnen: Gehaltsabrechnung, Kontoauszüge, Angaben zu Miete und Krediten |
Beide Seiten zählen. Wer nie eine Rechnung vergessen hat, bekommt trotzdem keinen großen Kredit, wenn das Einkommen dafür nicht reicht. Umgekehrt hilft ein hohes Gehalt wenig, wenn offene Zahlungsstörungen gespeichert sind.
Ist Bonität das Gleiche wie die Schufa?
Nein. Die Schufa ist eine Auskunftei, also ein privates Unternehmen, das Angaben zu Ihrem Zahlungsverhalten sammelt. Aus diesen Angaben berechnet sie einen Score. Er zeigt vor allem die persönliche Bonität.
Ihr Einkommen, Ihr Vermögen und Ihren Arbeitgeber kennt die Schufa nicht: Was ist die Schufa?. Eine Bank legt deshalb den Score neben Ihre eigenen Unterlagen und ihre eigenen Erfahrungen mit Ihnen. Zwei Banken können bei gleichem Score unterschiedlich entscheiden.
Neben der Schufa speichern auch Experian und CRIF Daten zu Ihrer Bonität. Jede Auskunftei hat ihren eigenen Datenbestand: Andere Auskunfteien.
Wer Ihre Bonität prüft und wann
Geprüft wird immer dann, wenn jemand Ihnen etwas gibt, bevor Sie es bezahlt haben.
- Banken vor einem Kredit, einem Dispo oder einer Kreditkarte. Bei Verbraucherkrediten sind sie dazu gesetzlich verpflichtet (§ 505a BGB). Auch bei einem neuen Girokonto fragen die meisten Banken bei der Schufa nach.
- Vermieter vor dem Mietvertrag. Viele verlangen einen Bonitätsnachweis, meist den Schufa-Bonitätscheck: Schufa-Bonitätscheck für Vermieter.
- Händler und Onlineshops, wenn Sie auf Rechnung oder in Raten kaufen wollen.
- Handy-, Strom- und Gasanbieter vor einem Vertrag mit monatlicher Zahlung.
Ein Basiskonto muss Ihnen jede Bank auch bei schlechter Bonität geben (§ 31 ff. Zahlungskontengesetz): Konto ohne Schufa.
Gute und schlechte Bonität
Eine gute Bonität haben Sie, wenn keine Zahlungsstörungen gespeichert sind und Sie Konten und Kredite seit Jahren ordentlich führen. Beim Schufa-Score gilt ein Wert ab 709 Punkten als gut und ab 776 Punkten als hervorragend: Schufa-Score-Tabelle.
Von schlechter oder negativer Bonität spricht man, wenn negative Einträge gespeichert sind, etwa unbezahlte Forderungen nach Mahnungen, ein Eintrag im Schuldnerverzeichnis oder eine Insolvenz: Negativer Schufa-Eintrag. Dann lehnen Banken Kredite oft ab, Händler bieten nur Vorkasse an und eine Wohnung zu finden wird schwerer.
In Werbung für Kredite steht oft „Bonität vorausgesetzt“. Das heißt: Das Angebot gilt nur, wenn Ihre Prüfung positiv ausfällt. Bei vielen Krediten hängt auch der Zins von der Bonität ab, der beworbene niedrigste Zins gilt dann nur für einen Teil der Kunden.
Die eigene Bonität prüfen
Was die Schufa über Sie speichert, sehen Sie kostenlos in der Datenkopie nach Art. 15 DSGVO oder im kostenlosen Schufa-Account: Schufa-Auskunft beantragen. Bei Experian und CRIF fragen Sie getrennt nach.
Ein falscher Eintrag drückt Ihre Bonität, ohne dass Sie etwas dafür können. Ihn muss die Auskunftei berichtigen oder löschen: Schufa-Eintrag löschen.
Wenn Sie Kredite vergleichen, bitten Sie die Bank um eine Konditionsanfrage. Laut Interhyp beeinflusst sie den Score nicht und ist nur für Sie sichtbar. Eine Kreditanfrage sehen auch andere Banken.
Testen Sie Ihr Wissen
Richtig oder falsch?
Vier Aussagen zur Bonität. Was stimmt?
1Bonität und Schufa-Score sind dasselbe.
Der Score ist nur ein Teil. Zur Bonität gehört auch, ob Ihr Einkommen für die neue Zahlung reicht.
2Banken müssen vor einem Verbraucherkredit die Kreditwürdigkeit prüfen.
Das schreibt § 505a BGB vor.
3Mit schlechter Bonität bekomme ich gar kein Girokonto.
Ein Basiskonto muss jede Bank anbieten, auch bei negativem Schufa-Eintrag.
4„Bonität vorausgesetzt“ heißt: Das Angebot gilt nur nach positiver Prüfung.
Fällt die Prüfung schlechter aus, gibt es den Kredit nicht oder nur zu anderen Bedingungen.
Häufige Fragen zur Bonität
Was bedeutet Bonität einfach erklärt?
Bonität bedeutet Kreditwürdigkeit. Sie sagt, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie Rechnungen und Kredite vollständig und pünktlich bezahlen.
Ist Bonität das Gleiche wie die Schufa?
Nein. Die Schufa ist eine Auskunftei, die mit ihrem Score einen Teil der Bonität einschätzt. Banken prüfen zusätzlich Ihr Einkommen und Ihre festen Ausgaben.
Wann hat man eine gute Bonität?
Wenn keine negativen Einträge gespeichert sind und Ihr Einkommen zu den Zahlungen passt. Beim Schufa-Score gelten 709 Punkte und mehr als gut.
Was ist ein Bonitätsnachweis?
Ein Dokument, das Ihre Bonität belegt. Vermieter verlangen meist den Schufa-Bonitätscheck, manchmal zusätzlich Gehaltsabrechnungen.
Was bedeutet „Bonität vorausgesetzt“?
Das Angebot gilt nur, wenn die Prüfung Ihrer Kreditwürdigkeit positiv ausfällt. Sonst bekommen Sie den Vertrag nicht oder zu schlechteren Bedingungen.
Wo kann ich meine Bonität kostenlos prüfen?
Bei der Schufa mit der Datenkopie oder im kostenlosen Schufa-Account, bei Experian und CRIF mit einer Auskunft nach Art. 15 DSGVO.
Was ist eine negative Bonität?
Von negativer Bonität spricht man, wenn negative Einträge gespeichert sind, etwa unbezahlte Forderungen nach Mahnungen, ein Eintrag im Schuldnerverzeichnis oder eine Insolvenz. Banken lehnen Kredite dann oft ab.
Woher weiß ich, ob ich eine gute Bonität habe?
Sehen Sie in Ihre kostenlose Schufa-Datenkopie oder in den Schufa-Account. Dort stehen alle Einträge und Ihr Score. Ab 709 Punkten gilt er als gut.
Quellen
- Duden: „Bonität“ (Bedeutung, Herkunft von lateinisch bonitas)
- Gabler Wirtschaftslexikon: „Bonität“ (Definition, persönliche und materielle Bonität)
- § 505a BGB (Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung bei Verbraucherdarlehen)
- SCHUFA Holding AG: „Neuer SCHUFA-Score: Alle Kriterien und Punkte einfach erklärt“ (Punktgrenzen)
- interhyp.de: „Schufa bei der Baufinanzierung“ (Konditionsanfrage und Kreditanfrage)
- § 31 ff. Zahlungskontengesetz (Basiskonto)
ScoreRatgeber ist unabhängig und hat keine Verbindung zur SCHUFA Holding AG. Keine Rechts- oder Finanzberatung.